In welchen Datentöpfen liegt das Gold?

Auf der Suche nach dem Big-Data-Schatz
Ein Gerücht geht um. Controller, CIOs und Geschäftsführer stecken die Köpfe zusammen, sie sprechen von einem geheimnisvollen Schatz, der sich in den Untiefen der Datenberge versteckt. Immer und immer wieder flüstern sie ehrfurchtsvoll: "Big Data."

Der sagenumwobene Schatz soll Unternehmen klare Wettbewerbsvorteile bringen – vorausgesetzt, es gelingt, ihn zu finden und zu heben. Daten, Informationen, Entscheidungen – das ist die Route zum Datengold. Unternehmen, die aus Daten Informationen gewinnen und diese in richtige Geschäftsentscheidungen übersetzen, liegen vorne.

Doch wie das bei der Schatzsuche so ist – Indiana Jones lässt grüßen –, lauern auf dem Weg viele Hürden, Fallstricke und Irrwege. Die Anforderungen bei der Verarbeitung und Auswertung der Daten sind gestiegen. Wo liegt die Schatztruhe vergraben? Und wo sollte man anfangen, zu suchen? Wie sieht Big Data in der Praxis aus? Keine leichten Fragen – es kursieren unzählige Definitionen, Sichtweisen und Schwerpunkte mit dem Ziel, das Phänomen Big Data zu erklären und einzuordnen. Doch vielfach entspringen diese Erklärungsansätze den individuellen Sichtweisen unterschiedlicher IT-Anbieter.

Der umsichtige Schatzsucher wirft einen objektiven Blick in den Markt. "Big-Data- Projekte gibt es schon überall", sagt Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer des BARC (Business Application Research Center), im Gespräch mit der Computerwoche. Die Definition des Analysten: "BARC versteht unter Big Data Methoden und Technologien für die hochskalierbare Erfassung, Speicherung und Analyse polystrukturierter Daten." Big Data hat also viele Gesichter und Ausprägungen, das Datengold kann sich in den unterschiedlichsten Datentöpfen verbergen. Doch Daten an sich sind wertlos – nur wer es schafft, Daten sinnvoll zu verknüpfen und zu interpretieren, ist dem Gold auf der Spur.

Alles ist vernetzt

Die Suche nach dem Datenschatz hat längst begonnen, doch viele Unternehmen sehen den Schatz vor lauter Daten nicht. Werfen wir einen Blick in die Praxis: Die Digitalisierung schreitet voran, die Welt ist zunehmend vernetzt. Die "polystrukturierten Daten", von denen Dr. Carsten Bange spricht, sprudeln aus den unterschiedlichsten Quellen.

Beispielsweise Embedded Systems: Die kombinierten Hardwaregeräte mit integrierten Softwarekomponenten finden sich heute in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen, von Fahrzeugbau und Produktionstechnik über Medizin-, Umwelt- und Energietechnik bis hin zu Consumer Electronics und Mobilkommunikation. Sensoren, intelligente Stromzähler, Flugzeuge, Fahrzeuge oder Mobiltelefone produzieren unzählige Daten und verbinden sich zum "Internet der Dinge".

Insbesondere mobile Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer sind aus dem Online-Alltag von Kunden und Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Hier entstehen ganz neue Geschäftsfelder. Selbst ein Sportartikelhersteller wie adidas schwenkt um und richtet eine eigene IT-Abteilung ein, die mobile Anwendungen für Smartphones und Tablets entwickeln soll – dies berichtet die Financial Times Deutschland.

Nicht zu vergessen das dramatisch wachsende Feld der sozialen Medien: Mehrere hundert Millionen Nutzer tauschen sich täglich per Facebook, Twitter & Co. über Menschen, Meinungen und Marken aus – ein riesiges Feld an Daten.

Neue Technologien sind gefragt, alte aber auch

Big Data ist also längst Realität – und damit auch die Herausforderungen in Sachen Datenmenge, -vielfalt und -varianz: Wer das Datengold heben möchte, muss klassische Unternehmenszahlen, etwa aus dem ERP-System, mit unstrukturierten Daten verknüpfen und zu einem Gesamtbild verdichten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Kundendaten aus sozialen Netzwerken auszuwerten, Maschinendaten in Echtzeit in die Produktionsplanung zu integrieren, Call-Center-Aufzeichnungen für die verbesserte Kundenansprache zu nutzen oder Wetter- und Logistikdaten für die Optimierung der Lieferkette zu verwenden.

Herkömmliche Systeme und Technologien für die Speicherung und Auswertung von Daten stoßen dabei an ihre Grenzen. Kein Wunder, dass ganz neue Technologien die Diskussion um den Big-Data-Schatz beherrschen: Hadoop, In-Memory oder Stream Computing sind dabei, die Welt der Datenverarbeitung zu revolutionieren. Mit gutem Grund: Schließlich liefern sie die technologische Basis, um etwa mehrere Petabyte an unstrukturierten Geodaten schnell zu verarbeiten, millionenfache Online-Kommentare zu interpretieren oder Streamdaten in Echtzeit auszuwerten.

Werden künftig also herkömmliche Business-Intelligence- Technologien nicht mehr gebraucht? Doch, werden sie: Lösungen für Reporting und Analyse, Simulation und Prognose, Planung und Forecasting bleiben auch weiterhin elementare Bestandteile der Unternehmenssteuerung. Denn sie liefern die benötigten geschäftlichen Einblicke für unternehmerische Entscheidungen.

Und da wären wir schließlich beim Datengold angelangt: Denn die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt ist der größte Schatz. Unternehmen müssen sich einzig darauf einstellen, dass Informationsarchitekturen – ebenso wie die Datenlandschaften – heterogener werden.

Wir helfen Ihnen gerne.
Haben Sie Fragen?

  •  Angebot anfordern
  •  E-Mail an IBM
  •  oder rufen Sie uns an: 0800-4267947
    Nennen Sie diesen Code: 101CE12W

Veranstaltungskalender

Hier finden Sie die aktuellen Information Management Veranstaltungen.

Kompakt. Praxisnah. Interaktiv.

IBM BAO Academy

Die 45-minütigen IBM BAO Online-Seminare.

Das Insider-Team stellt sich vor.

Sie möchten die Gesichter hinter den Artikeln kennenlernen oder haben Fragen an die Redaktion?

Lesen Sie die gesamte aktuelle Ausgabe!

Facebook

Tagesaktuelle Informationen & Austausch mit den IBM Experten:

Abo abbestellen

Sie möchten Ihr Insider Abo abbestellen?