BIG DATA. BIG STORIES


Insider Logo Ausgabe 03/2015
Wo bin ich – und wenn ja wie viele?
Roomaps zeigt nicht nur der Industrie 4.0, wo’s langgeht.

Wo bin ich – und wenn ja wie viele? Roomaps zeigt nicht nur der
Industrie 4.0, wo’s langgeht.


„Labore für die Zukunft“ – so könnte man die jungen Start-ups bezeichnen, die IBM im Rahmen des IBM Global Entrepreneur Programms fördert. Roomaps aus Stuttgart ist so ein Unternehmen mit hohem Innovationspotenzial und vielen Ideen. Die drei Gründer haben eine Lösung für die zielsichere Navigation innerhalb von geschlossenen Räumen und Gebäuden entwickelt. Ob Flughäfen, Einkaufszentren, Messehallen oder Kreuzfahrtschiffe – mit Roomaps finden Besucher jeden Weg, selbst im Dunkeln. Zudem faszinieren die Anbieter ihre Kunden durch Zusatzinformationen und innovative Kommunikation. Aber wie sind die Stuttgarter überhaupt auf ihre Idee gekommen? Und was dürfen wir noch erwarten? Pascal Hesselmeier ist einer der Gründer von Roomaps. Der Insider hat mit ihm auf dem IBM Smart Camp in Berlin gesprochen und viel Interessantes in Erfahrung gebracht.



Insider:

Pascal Hesselmeier:
Roomaps ist angetreten, die Welt ein bisschen smarter zu machen. Was bietet Roomaps?
Roomaps ist ein interaktives Gebäudeinformations- und Navigationssystem auf mobilen Endgeräten oder im Webbrowser. Wir überführen schnell und günstig Baupläne in unser System und ermöglichen anschließend die exakte Positionsbestimmung innerhalb von Gebäuden.

Besucher orientieren sich mit unserer App zielgerichtet in komplexen Gebäuden, zugleich aber haben Betreiber unserer Technologie ganz neue Möglichkeiten der Besucheransprache. Denn unsere Technologie liefert die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort – damit werden Gebäude interaktiv erlebbar. Man spricht auch von „New Customer Engagement Channels“.

Pascal Hesselmeier
„Besucher orientieren sich mit unserer App zielgerichtet in komplexen Gebäuden, zugleich aber haben Betreiber unserer Technologie ganz neue Möglichkeiten der Besucheransprache.“,
sagt Pascal Hesselmeier von Roomaps.

Insider:
Pascal Hesselmeier:
Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Meine Gründerkollegen und ich haben bereits frühzeitig das enorme Potenzial von Location Based Services für den Innenbereich erkannt. Viele Location Based Services (LBS) wie booking.com, Moovel oder immobilienscout decken nur die Makroebenen im Außenbereich ab, denn in der Mikrowelt der Gebäude fallen GPS-Signale zur Lokalisierung aus. Innerhalb von Gebäuden funktionierten LBS daher bisher nicht. Unsere Technologie wird das ändern. Wir stellen Entwicklern und interessierten Organisationen einfach zu bedienende Tools, die Infrastruktur und eine verständliche Dokumentation zur Verfügung. Tausende Entwickler können unsere Technologie zu geringen Kosten nutzen. Damit gewinnen sie Zeit, sparen Geld und können ihr Know-how direkt in Ideen für ihren Indoor Location Based Service stecken.

Insider:
Pascal Hesselmeier:
Welche Vorteile bietet die Technologie?
Endnutzer sparen sich Zeit und Stress, denn die Orientierung in Gebäuden ist viel einfacher. Stellen Sie sich vor, Sie suchen auf der CeBIT einen bestimmten Messestand und möchten wenig Zeit auf den Wegen verbringen. Da hilft Ihnen eine App mit unserer Technologie. Aber nicht nur hier, generell lässt sich die Arbeit von Mitarbeitern erleichtern.

Doch lassen Sie uns vielleicht kurz die Sicht der Betreiber annehmen, dann werden die Chancen deutlich. Gebäudebetreiber steigern nicht nur die Zufriedenheit ihrer Besucher, sie können auch neue Informations- und Marketing-Services bieten. Auf Messen etwa lassen sich Besucherströme durch Anreize – Freigetränke, Vorträge, VIP-Treffen, Autogrammstunden – gezielt lenken. Hinzu kommen Analyse-Möglichkeiten. Wobei es nicht um Einzelpersonen geht, sondern immer um alle Besucher, also die Masse.

Insider:
Pascal Hesselmeier:
Generell, welche Anwendungsszenarien sehen Sie noch?
Neben Kongressen, Messen und Einkaufszentren fragen auch Verantwortliche aus dem Stadtmarketing bei uns an. Hier überlegt man sich, die Einkaufszonen des lokalen Einzelhandels durch digitale Zusatzangebote aufzuwerten. Barrierefreiheit ist ein weiteres Einsatzgebiet. Wer auf Hilfsmittel angewiesen ist, freut sich, wenn er in unbekannten Gebäuden die Durchfahrtsbreite etwa eines Treppenhauses im Voraus kennt. Viele Möglichkeiten gibt es zudem im geschäftlichen Umfeld – von Smart Office, Facility Management bis hin zu Industrie 4.0.

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