BIG DATA. BIG STORIES


Insider Logo Ausgabe 03/2015
Neue Daten-Helden braucht das Land: die Chief Data Officer.

Neue Daten-Helden braucht das Land: die Chief Data Officer.


Die Datenflut steigt: Denn je digitaler unser Leben wird, desto mehr Daten produzieren wir. Doch wie lassen sich diese neuen Mengen an Daten optimal nutzen? Immer mehr Unternehmen antworten auf diese Frage mit einem Chief Data Officer. Aber was genau sind die Aufgaben dieses neuen C-Level Executives? Über welche Eigenschaften sollte er verfügen? Und warum werden wir in den kommenden Jahren immer mehr von ihm hören?

Wie können wir Web-Auftritt und mobile Anwendungen personalisieren? Lassen sich mithilfe von Daten die laufenden Kosten reduzieren? Wird unser Umsatz tatsächlich vom aktuellen Wetter beeinflusst? Und hängt das Fußballfieber bei der WM vielleicht mit der Grippewelle im Unternehmen zusammen? Auf der ganzen Welt ringen Unternehmen mit ähnlichen Fragen und nutzen Big Data und Analytics, um fundierter zu entscheiden. Allerdings beschäftigen sich CIOs, CMOs, COOs und andere Führungskräfte oft nur mit dem jeweils eigenen Stück des Datenkuchens. Die transformative Kraft von Big Data und Analytics kommt mit einem fragmentierten Ansatz jedoch nicht zum Tragen. Es gilt, den Blick auf das gesamte Unternehmen zu richten. Und dazu braucht es einen Verantwortlichen im Vorstand, der Möglichkeiten der Datenauswertung identifiziert, neue Datenquellen erschließt, Daten durch Verknüpfung anreichert und dann in Informationen, Handlungsanweisungen und Vermögenswerte verwandeln hilft. Sein Titel: Chief Data Officer – CDO.

„Man braucht nicht nur ein gutes Verständnis für das Geschäft, die geschäftlichen Anforderungen und die Markttreiber, sondern auch fundiertes technisches Verständnis – zu Daten, Machine Learning oder anderen Technologien. Anschließend muss man diese Dinge zusammenbringen, um ein gutes Analysten-Team zu bilden“, erklärt Ashok Srivastava, Chief Data Scientist bei Verizon

Chief Data Officers auf dem Vormarsch
Im Jahr 2003 hat Capital One den ersten CDO überhaupt ernannt und beauftragt, das Potenzial von Daten und ihrer Analyse auszuschöpfen. 2013 gab es bereits 100 CDOs, Anzahl steigend. Die Analysten von Gartner gehen davon aus, dass bis 2015 25 Prozent aller global agierenden Organisationen und Unternehmen einen CDO haben. Derzeit verteilen sich die CDOs zu 65 Prozent auf die USA, 20 Prozent auf das Vereinigte Königreich, der Rest auf zwölf weitere Länder. Welche Aufgaben hat ein CDO?

Bezugsperson für Daten
Der Studie „Your chief data officer: Re-imagining the business of data“ des IBM Institute for Business Value zufolge steht der CDO vor drei zentralen Herausforderungen und Aufgaben: Nur ein CDO ist in der Lage, eine umfassende Strategie für Big Data und Analytics zu entwerfen. Nur ein CDO kann die Strategie auch so ausrichten, dass diese stets Mehrwert für das gesamte Unternehmen generiert. Und nur ein CDO kann helfen, eine auf intuitiven Entscheidungen basierende Unternehmenskultur in eine analytisch getriebene Unternehmenskultur zu verwandeln.

Denn der CDO trägt auf Vorstandsebene die Verantwortung für Datenqualität, Datenverwertung und Datenschutz im ganzen Unternehmen, ist Bezugsperson für alle Daten. Damit kann er Brücken zwischen sämtlichen – auch außerhalb des Unternehmens befindlichen – Daten schlagen, Geschäftsmöglichkeiten ausmachen und das Wohl des Unternehmens über die Partikularinteressen einzelner Abteilungen stellen. Teilnehmer der Studie betonen übrigens, dass die größte Chance für CDOs im Wandel der Unternehmenskultur liege.


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