BIG DATA. BIG STORIES


Insider Logo Ausgabe 03/2015
Wo früher Bauchentscheidungen geholfen haben, kommt man heute nicht mehr weiter …

Menschlichen Intellekt mit der Rechenkraft moderner Computer verbinden?


Aufwändige oder gar erfolglose Recherchen kosten Unternehmen rund 24.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr, zu diesem Ergebnis kommen die Marktforscher von IDC. Mitarbeiter finden Informationen nicht, speichern sie mehrfach ab oder vergessen wichtige Aspekte bei der Lösung einer Aufgabe. Damit sollte Schluss sein, fand Konrad Gulla bei der Gründung von Keeeb. Mit der intelligenten Rechercheplattform Unity hat das Start-up ein Werkzeug entwickelt, das Internetsuchen und Recherchen unternehmensweit zentralisiert, übersichtlich aufbereitet und allen Kollegen zur gemeinsamen Nutzung bereitstellt. Was ist die Idee? Welche Rolle spielt Bluemix bei der Umsetzung? Welche Bedeutung haben Analytics und Watson für Keeeb? Der Insider hat mit Konrad Gulla, Geschäftsführer und Mitgründer der Keeeb GmbH, gesprochen.



Insider:
Konrad Gulla:
Wie ist Ihnen die Idee für die Rechercheplattform Unity gekommen?
Aus meinen eigenen Bedürfnissen und Erfahrungen: Ich hatte oft den Wunsch, wichtige Informationen einfach sammeln, organisieren und mit anderen schnell teilen zu wollen. Aber das ging nicht. Zudem hat mich die Suche nach Informationen viel Zeit gekostet. Die gängigen Suchmaschinen liefern zwar oft mehrere Millionen Ergebnisse, aber selten die besten und relevantesten am Anfang.

Insider:
Konrad Gulla:
Warum ist Keeeb Unity intelligent?
Wir vereinfachen mit Unity das Sammeln, Organisieren und Teilen von Informationen und sind fünf bis zehn Mal schneller als alle bisher üblichen Verfahren. Mitarbeiter in Unternehmen schätzen das und nehmen das Tool schnell an, da es die tägliche Arbeit vereinfacht und keinen Extraaufwand bedeutet. Intelligent ist Unity aber vor allem, weil es versteht, was recherchiert wird. Ab diesem Moment unterstützt es die Recherche aktiv mit passenden Inhalten, Dokumenten, Keywords oder Mitarbeitern. Kurzum, so verbindet sich menschlicher Intellekt mit der Rechenkraft moderner Computer.

Insider:
Konrad Gulla:
Wie lange hat die Entwicklung von Unity gedauert? Wer war daran beteiligt?

Wir haben 2011 mit der Umsetzung begonnen. Damals sind wir in einem sehr frühen Stadium an den Markt gegangen und haben Nutzer kostenlos zur Verwendung eingeladen. Das war für ein sehr wichtiger Schritt, da wir anhand echten User-Verhaltens lernen konnten, wer die Plattform wie nutzt. Programmiert und designt hat die Plattform unser großartiges Team bestehend aus Front- und Backendentwicklern. Das Design kam von Jan Hagge, meinem Mitgründer, und mir.

„Vor allem möchten wir das Thema Suche revolutionieren. Wenn wir heute Informationen benötigen, dann begeben wir uns auf die Suche. Aber eigentlich geht es nicht um die Suche, sondern um das Finden.“
Konrad Gulla, Geschäftsführer und Mitgründer der Keeeb GmbH

Insider:
Konrad Gulla:
Was waren die größten Herausforderungen bei der Entwicklung?
Die Software musste von Anfang an hochskalierbar konzipiert und umgesetzt werden. Hinzu kam, dass wir ein offenes System wollten, an das auch externe Entwickler leicht ihre eigenen Applikationen andocken können. Unity selbst besteht aus unterschiedlichen Software-Elementen für verschiedene Aufgaben, die eng miteinander verzahnt arbeiten. Zum Beispiel muss unser Web-Clipper nicht nur auf einer, sondern auf jeder Webseite der Welt funktionieren. Das ist übrigens auch heute noch eine Herausforderung, die täglich neu gelöst wird.

Insider:
Konrad Gulla:
Welche Technologien setzen Sie ein und warum?
Wir haben uns direkt am Anfang entschlossen, keine eigenen Server anzuschaffen, sondern auf professionelle Cloud-Anbieter zu setzen. Unity läuft auf IBM Softlayer, Dienste beziehen wir teilweise aus Bluemix. Einer von vielen wichtigen Gründen dafür war: die Garantie, dass alle Daten immer in Deutschland bleiben. Andere große Cloud-Anbieter konnten das nicht zusichern.

Insider:
Konrad Gulla:


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Wäre Unity ohne Cloud-Technologie denkbar gewesen?
Umsetzbar wäre es gewesen, aber denkbar war es für uns nie. Wir wollten eine neue Software entwickeln, die das Arbeiten mit Informationen modernisiert und vereinfacht. Da will man nicht zusätzlich Zeit und Ressourcen aufbringen, um ein eigenes Rechenzentrum aufzubauen und zu administrieren. Mal ganz abgesehen von der flexiblen Budgetierung, welche uns die Cloud im Gegensatz zu eigenen Servern bietet.


Insider:
Konrad Gulla:
Welche Rollen spielen Analytics und Watson bzw. wie helfen sie Ihren Nutzern?

Analytics sind ein wichtiger Baustein, der weiter seinen Weg in Unity finden wird. Unternehmen und Nutzer wollen gerne verstehen, welche Auswirkung eine Neuigkeit oder ein Ereignis für ihr Unternehmen hat. Analytics bieten hierfür eine wundervolle Darstellungs- und Aufbereitungsform, denn sie machen die Anwendung intelligent und damit besonders wertvoll für die Nutzer. Watson ist für uns erst mittelfristig interessant, um auch sehr komplexe Dienste wie die sprachgesteuerte Suche in fremden Sprachen anbieten zu können.


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