BIG DATA. BIG STORIES


Insider Logo Ausgabe 03/2015
Die digitale Neuerfindung der Welt.

Die digitale Neuerfindung der Welt.


Der giftige Qualm des Adlers wird Mensch und Vieh vergiften. Wer sich dem Fahrtwind aussetzt und mit einer Lungenentzündung davonkommt, hat noch Glück gehabt. Ärzte prophezeien schlimme Gehirnkrankheiten, der vollkommen wahnwitzigen Geschwindigkeit wegen. In der kleinen Stadt Schwabach wettert ein Pfarrer: „Sie ist ein Teufelsding, sie kommt aus der Hölle und jeder, der mit ihr fährt, kommt geradezu in die Hölle hinein!“

Am 7. Dezember 1835 rechneten die Menschen in Deutschland mit viel, doch wohl nur die wenigstens unter ihnen mit dem, was wirklich geschah: der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Die Ehre, sie einzuläuten, blieb William Wilson vorbehalten. Sein Beruf: Lokomotivführer. Der „Adler“ war die erste Dampflokomotive in Deutschland. Ihre vollkommen wahnwitzige Höchstgeschwindigkeit, vor der die Ärzte gewarnt hatten: ungefähr 30 Kilometer die Stunde.

Doch selbst diese 30 Kilometer reichten, um wirtschaftliche und soziale Verhältnisse, Arbeitsbedingungen und Lebensumstände von Grund auf zu verändern. Die Eisenbahn verband Städte, Länder und ganze Kontinente; sie transportierte Menschen und Güter: deutlich schneller, regelmäßiger und in größeren Mengen als jemals zuvor.

Industrie 4.0 kommt: mit Ansage
Heute befinden wir uns in einer ähnlichen Situation. Nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automatisierung stehen wir an den Pforten der vierten industriellen Revolution. Industrie 4.0 (I 4.0) beschreibt einen epochalen Wandel in Industrie- und Fertigungsprozessen.

Zwar sind bisher lediglich 0,6 Prozent Dinge autonom mit dem Internet vernetzt, das wird sich allerdings rasch ändern. Bis 2020 sollen verschiedenen Schätzungen zufolge 26 Milliarden (Gartner), 32 Milliarden (IDC) oder sogar 50 Milliarden (Cisco Systems und Fraunhofer) Einheiten mit dem „Internet der Dinge“ (IoT) verbunden sein. 2009 waren es gerade einmal zweieinhalb Milliarden Geräte, und zwar hauptsächlich Smartphones, Tablets und PCs.

Neue Wertschöpfungsketten in der Smart Factory
Im Zentrum von I 4.0 steht die Smart Factory. In ihr tauschen Maschinen, Logistiksysteme und Werkstücke eigenständig Informationen aus, lösen Aktionen aus und steuern sich gegenseitig. So entstehen neue Wertschöpfungsketten. „Die digitale Transformation ist der bedeutendste Veränderungsprozess seit vielen Jahrzehnten. Die Wettbewerbsfähigkeit einer gesamten Volkswirtschaft, insbesondere der weit entwickelten, auf Innovation basierten, wird in Zukunft davon abhängen, wie erfolgreich die digitale Transformation gemeistert wird“, bringt Achim Himmelreich, Vizepräsident BVDW, gegenüber der Wirtschaftswoche die Einschätzung vieler Experten auf den Punkt.

Damit I 4.0 jedoch richtig ins Rollen kommt, benötigt sie – so wie die Lokomotive ihre Gleise – eine entsprechende Infrastruktur. Daran arbeitet IBM. Mit der relationalen SQL-Datenbank Informix hat IBM beispielsweise die erste Datenbank für eine integrierte und optimierte Unterstützung von Sensordaten entwickelt. Allerdings reicht es nicht, Daten nur zu speichern. Im Gegenteil: Datenberge liefern erst Mehrwert, wenn in ihnen tief gegraben und geschürft wird.

„Die Wettbewerbsfähigkeit einer gesamten Volkswirtschaft, insbesondere der weit entwickelten, auf Innovation basierten, wird in Zukunft davon abhängen, wie erfolgreich die digitale Transformation gemeistert wird“, Achim Himmelreich, Vizepräsident BVDW

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